Wikis als Unternehmensgehirn
Die Wissens-Ökonomie entdeckt die Werkzeuge aus dem Web 2.0.
Einen Wikipedia-Eintrag braucht nicht jedes Unternehmen. Ohne Wiki geht es aber bald nicht mehr.
Hinter Web 2.0 stehen nicht nur Fotos, Videos und Blogs von normalen Nutzern. Web 2.0 ist vielmehr eine Grundeinstellung: jeder kann mitmachen, jeder das Seine beitragen. Das Beispiel von Wikipedia macht auch in Unternehmen Schule.
Bei IBM gibt es 8000 Wikis, deren Aufbau und Wartung die Mitarbeiter selbst in die Hand genommen haben. Bei Microsoft ist man überrascht, dass Wikis mittlerweile eine der beliebtesten Bausteine von Sharepoint-Intranets geworden sind. Die Technologieanlaysten von Gartner schätzen, dass im Jahr 2009 bereits die Hälfte aller US-Unternehmen Wikis einsetzen wird.
Projekte werden über Wikis organisiert, Kampagnen geplant, Dokumentationen geschrieben oder Wissen zusammen getragen. Die von jedem schnell editierbaren Webseiten vereinfachen Workflows und beschleunigen die kollaborative Sammlung von Wissen. Anstatt Wissen nur schnell zu sammeln, wird es auch indiziert und verknüpft.
Semantic Wikis
Ganz neue Ansätze gehen semantische Wikis, die Wissen in den richtigen Kontext rücken. Ein Beispiel: Die Suche nach Obst liefert keine Ergebnisse von Apple Computer.
Solche Systeme arbeiten beispielsweise mit einer Zweiteilung des Bildschirms: Rechts steht der eigentliche Inhalt, links kommen Suchergebnisse aus dem Wiki oder Google hinzu. Je mehr im Dokument steht, umso zielgenauer findet das System weiterführende Informationen.
Einsetzbar sind Wikis sowohl als internes Tool, als auch für die Kommunikation nach außen – etwa mit Partnern oder Kunden. Fast jedes System erlaubt sehr granulare Einstellungen der Benutzerrechte – von komplett offen, bis sehr geschützt.
Die meisten Wikis sind kostenlos erhältlich und bieten viele Erweiterungen. Es bedarf allerdings umfangreicher Anpassungsarbeiten, um den Wiki auf die eigenen Bedürfnisse hinzutrimmen. Alle Technik hilft jedoch nichts, wenn im Unternehmen kein offenes Klima herrscht. Heimlichtuerei und Misstrauen haben noch keiner Firma weiter geholfen.
by Georg Holzer



Montag, 3. März 2008 16:57
Hierzulande steht der Einsatz von Wikis noch in den Kinderschuhen. Gleiches gilt im Übrigen für das Thema unternehmensinternes Knowledge-Management. Dafür aber, bestehendes Wissen zu bündeln und für spätere Zeiten verfügbar zu machen, leisten Wikis unbezahlbare Dienste. Mitarbeiter kommen (und bringend ihr Wissen ein) und gehen (und nehmen es zum Teil auch wieder mit). Mittels Wiki kann man dafür Sorge tragen, dass mit dem Mitarbeiter nicht alles Wissen verloren geht. In der Einschulung des Nachfolgers zB sagen zu können “schaun sie, wir haben hier eine Seite, in der sie sich so richtig einlesen können” ist sicher cool und hoch effizient obendrein.