Montag, 17. Dezember 2007 17:41
Seit mehr als einem Jahr geistert der Begriff Web 2.0 durch die Medienlandschaft und auch die Wirtschaftskammer Kärnten veranstaltet ihren e_day 2008 unter diesem Generalthema. Da stellt sich natürlich die Frage, was Web 2.0 überhaupt ist.
Im Grunde genommen ist es die Beobachtung eines US-Buchverlegers: Tim O’Reilly erkannte, dass sich im Web etwas tut, dass viele kleine Dienste dazu gekommen sind und dass das Web wie er - und auch wir alle - es kannten, sich gröber verändert hat. Am 30. September 2005 veröffentlichte er dazu einen Aufsatz.
Die wichtigsten Veränderungen fasst er in einer Tabelle zusammen:
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Web 1.0
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Web 2.0 |
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DoubleClick
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Google AdSense |
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Ofoto
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Flickr |
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Akamai
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BitTorrent |
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Britannica Online
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Wikipedia |
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personal websites
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blogging |
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evite
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upcoming.org and EVDB |
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domain name speculation
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search engine optimization |
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page views
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cost per click |
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screen scraping
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web services |
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publishing
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participation |
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content management systems
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wikis |
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directories (taxonomy)
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tagging ("folksonomy") |
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stickiness
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syndication |
Was hat sich da verändert?
Technisch steht das Web (vielmehr das HTTP-Protokoll) immer noch bei Version 1.1. Über die Dauer wurde jedoch die Server-Hardware immer leistungsfähiger, die Bandbreite immer billiger und es kamen neue Programmier-Methoden und Techniken (APIs, Ajax, RSS etc.) dazu. Das Spektrum der Möglichkeiten wurde so unendlich größer.
Die Idee von Web-Gründer Sir Tim Berners Lee eines total-demokratischen Mitmach-Mediums lebte zwar vom allerersten Moment. Das extrem einfache Publizieren von Online-Inhalten wurde erst in der jüngeren Vergangenheit möglich. Mit einem Mausklick werden heute Bilder und Videos ins Web gestellt. Blog-Einträge sind so einfach zu schreiben wie E-Mails. Die Bewertung für ein Hotel oder Restaurant wird in einem Bruchteil einer Sekunde abgegeben.
Medienhäuser und Journalisten sind längst nicht mehr die einzigen, die Nachrichten und Unterhaltung verbreiten. Schon die Masse an guten Weblogs und witzigen Videos im Netz macht eines deutlich: Traditionelle Verlage und Rundfunkanstalten verlieren zugunsten einer neuen, sich wandelnden, Medienlandschaft. Die Zeit für den Medienkonsum des Einzelnen ist endlich, die Menge an Inhalten im Web jedoch schier unendlich - und sie wächst jeden Tag exponentiell weiter.
Dazu kommt Google: Erst mit Suchmaschinen werden die Abermilliarden an Websites, Blogs und Foren überhaupt nutzbar. Das mittlerweile zehntgrößte Unternehmen der USA macht dabei wenig Unterschied, ob es die Seite eines Bloggers oder die der New York Times ausliefert - einzig die Relevanz zur Suchanfrage und der Pagerank sind entscheidend.
Google ist aber weit mehr als bloß eine Suchmaschine - längst ist das Unternehmen die größte Werbeagentur der Welt. Damit verdient es nicht nur selbst prächtig, sondern ermöglicht mit seinen Online-Anzeigen auch Geschäftsmodelle für unabhängige Kreative.
Wer heute eine innovative und kreative Idee hat, kann sie ohne viel Geld umsetzen. Wer heute eine Meinung zu irgendetwas hat, kann sie verbreiten und sich darauf verlassen, gehört zu werden. Und das tun immer mehr einfache Webnutzer.
Eines ist sicher: Das Web hat sich gewandelt. Das Schlagwort "2.0" muss allerdings nicht überall drauf gepoppt werden. Das ist dann pures Marketing.
by: Georg Holzer